Geringe Aussagekraft der Baugenehmigungszahlen

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Die Baugenehmigungszahlen der vergangenen Monate wecken Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Wohnungsknappheit. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im ersten Halbjahr dieses Jahres 30,4 Prozent oder rund 42.700 mehr Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als im gleichen Zeitraum 2015. Insgesamt wurde von Januar bis Juni 2016 der Bau von insgesamt 182.800 Wohnungen genehmigt. Eine höhere Zahl hatte es zuletzt im Jahr 2000 gegeben (185.000).

„Für den Wohnungsbau haben Baugenehmigungszahlen eine geringe Aussagekraft“, erläutert der Präsident des BFW Bundesverband der privaten Immobilienwirtschaft Andreas Ibel. Die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren werde dadurch nicht geringer, denn es komme darauf an, wo gebaut wird, in welchem Segment Wohnungen entstehen und wann die Wohnungen auf den Markt kommen. Der stärkste Anstieg der Baugenehmigungen mit rund 174 Prozent ist derzeit beispielsweise für Wohnungen in Wohnheimen zu verzeichnen, die am freien Markt erst einmal nicht zur Verfügung stehen. Überdies vergehen nach der Genehmigung durchschnittlich noch zwei Jahre, bevor überhaupt eine Wohnung fertig gestellt ist. Unsicher ist außerdem, ob aus einer Baugenehmigung am Ende auch wirklich eine Fertigstellung wird. Fertigstellungszahlen sind daher wesentlich aussagekräftiger, Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen stieg 2015 aber nur um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lag mit 248.000 Wohnungen noch weit unter dem tatsächlichen Neubaubedarf von jährlich 400.000.

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Joanna Schulzensohn
Immobilienbewertung Schulzensohn – Sachverständigenbüro für Grundstücksbewertung

„Wir schätzen Werte – wahre Immobilienwerte“
Erstellung von Wertgutachten in Sachsen und Brandenburg, insbesondere in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz.

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